Ja, auch ich habe nun also gestern mal teilgenommen beim Streik. Nachdem ich mir etwas Zeit freigeschaufelt habe. Also bin ich in den Hörsaal 3D, wo um 13h00 das Rektorat auftauchte, um sich einer Diskussion zu stellen.

Und ich muss sagen: Ich war positiv überrascht! Jedenfalls die ersten 45 Min. Als erstes lobte Herr Piper die Studenten dafür, dass er es gut fände, dass sie sich für ihre Interessen einsetzen würden (der Hörsaal ist seit letzten Dienstag durchgehend besetzt), er äußerte sich positiv zu den bisher so friedlich verlaufenden Protesten und solidarisierte sich so weit er konnte. Dass er nicht von heute auf morgen die Studiengebühren abschaffen kann ist klar. Und auch, dass er die Studienordnung nicht einfach mal so umschreiben kann. Er räumte ein, dass es bisher eine sehr schlechte Möglichkeit für Studenten gibt, zu verfolgen wo unsere Gebühren hinfließen, sicherte aber zu, dass dies bis Ende des Jahres auf einer eigens erstellten Website passieren sollte. Und er erzählte, dass die medizinischen Geräte der med.-Fak. aufgerüstet worden seien für viel Geld. Und auch ich persönlich muss sagen, ich habe die Gebühren schon gespürt; seit ich angefangen habe, sind einiges mehr an Lehrkräfte an unser Institut gekommen, es wird eine riesige neue Bibliothek für die Mediziner gebaut usw.

Aber es scheint Studenten zu geben, die dies nicht sehen wollen. Die einfach auf stur schalten und rein aus Prinzip gegen den Rektor, den „ausgemachten Feind“ wettern. Sie wollen die Abschaffung der Studiengebphren (hatten wir doch grade schonmal?!) aber gleichzeitig aber eine 75%ige Verbesserung der Lehre… Ähm. Rektor = Mensch. Rektor nicht gleich Zauberer. Wo soll das Geld denn herkommen? Von seinem eigenen Konto? Versteht mich nicht falsch, toll finde ich die Gebühren auch nicht!! Aber es gibt immerhin Möglichkeiten, einen Kredit zu bekommen und wenn ich die 500 Euro (respektive 700) mit den knapp 1000 vergleiche, die Weston und Andrea zahlen müssen, dann sieht das ganze nochmal ganz anders aus. Als ich mich am Ende mit Maike darüber unterhielt, meinte ein Student, der uns hörte, wir müssten uns doch nicht immer am schlechten Beispiel orientieren. Und es würde ja so viel Kohle in die Rüstungsindustrie gesteckt, aber nicht genug in die Bildung. Mhm. Ja. Richtig. Find ich auch so. Und was soll Herr Piper da machen? Er sagt ja selber, dass er das Geld, welches in die Abwrackprämie gesteckt wurde, besser in der Bildung untergebracht gefunden hätte. Kann er aber auch nix dran ändern. Und er sagt selber, er würde gerne vieles anders machen. Aber sein Job ist kein Wunschkonzert. Und das scheinen aber einige Studenten zu denken, jedenfalls vermitteln sie den Eindruck.

Was ich ja wichtiger gefunden hätte, wär auch mal über die Bachelor Sudiengänge zu sprechen, die wirklich so nix taugen. Aber nein, da diskutiert man den Großteil der 1 1/2 Stunden lieber über die Kohle, obwohl sich Herr Piper doch wirklich ausführlich dazu geäußert hatte. Da kamen wir nur auf den Punkt: „Ja, da muss sich was ändern, das sehe ich auch so. Aber nichts, was neu eingeführt wird, ist von Anfang an perfekt“. Ja, schon klar. Aber was können wir ändern??? „Die Studiengebühren abschaffen!!“ -_- Leute! Und als Herr Piper dann nach Mitarbeit und eigenen Vorschlägen fragte (wer kann die besser geben, als die, die drin stecken?) kamen plötzlich ganz abstruse Argumente auf. Wir seien in einer Demokratie, man müsse alle anhören. Mhm. Dann sind wir in 30 Jahren noch da, wo wir heute sind. Und die Wahlbeteiligung von 15% an den Fachschaftswahlens spricht ja auch für sich, oder?? Für sowas sind DIE doch da und wenn man Änderungen will, dann muss man DIE halt auch einfach mal wählen und sich die fünf Minuten nehmen.

Der Hammer kam aber noch. Als es um die Besetzung des Hörsaals ging. Was ich gar nicht wusste: Das Rektorat hat die ganze Besetzung mit Verpflegung aus der Mensa, Strom und Internet versorgt, die ganze Zeit. Jetzt sei es aber so, dass der Hörsaal nach einer Woche einfach geräumt werden müsse, da wieder regulär Unterricht statt finden müsse, da wir momentan eh ein Überbelegungsproblem haben (ach ja, noch so eine abstruse Forderung: Abschaffung des N.C. Mhm. Und dann? Ich mein, ein Studium ist ein Studium. Ich will mich jetzt nicht als überpriviligiert hinstellen, aber mal ganz provokativ: wo kämen wir denn hin, wenn wirklich ALLE studieren könnten…? Erstens würden die Unis dann vollkommen geflutet werden, eine vernünftige Bildung wäre gar nicht mehr möglich. Und die „Qualität“ unserer Akademiker würde auch erschreckend nachlassen). Er schmiss die Studenten jedoch nicht komplett raus, sondern sagte, sie müssten den Hörsaal räumen, dürften aber gerne ins Foyer (die bei uns wirklich groß genug sind!) ausweichen und würden auch dort weiterhin mit Essen, Strom und Internet versorgt. Und, was ist? „Sauerei!“ „Buuuh“. LEUTEE!!!!!! Man beißt nicht die Hand, die einen füttert! Und er hat doch verdammt nochmal recht! Es gibt einfach auch noch Studenten, die noch studieren wollen/müssen. Und denen sollte man das dann auch ermöglichen!

Also, alles in allem hat das ganze wirkich gut angefangen. Aber der sture Fanatismus, der da langsam aufkommt, wird den guten Streikenden wirklich noch Probleme bereiten. Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Es MUSS sich was ändern. Auf jeden Fall. Aber man muss auch immer die Realität im Auge behalten und sich fragen, was wirklich geht und was nicht.

Zum Thema Bachelor Studium war übrigens gestern das Heute Journal an meiner Uni. Ich wäre auch fast im Fernsehen gewesen, aber die Kamera hat mich um wenige Zentimeter (jedenfalls in dieser Einspielung ;-) ) verpasst. Hier der Link zu der Sendung:

Heute Journal 23.11.

…verkauft sich hier nicht gerade gut.

Ein Hoch auf die Holländer!

Bitte einmal klicken und sich wundern, wie unser Staat sowas wieder wählen konnte.

Wie die meisten von euch sicher schon mitbekommen haben: Ich bin schon wieder in Deutschland!!! Und das jetzt sogar schon seit vier Wochen. Der Heimflug war weitaus weniger chaotisch als der Hinflug, dafür haben sie mir auch 120 Euro Übergepäcksgebühren abgezockt. Und wie sagte Tofu so schön? „Und dabei lächeln die dich noch zuckersüß and, diese ***“. Ja. Man möchte … Nein, das sagen wir hier jetzt nicht.
Leider hatte sich das Frühaufstehen am Sonntag Morgen nicht gelohnt, ich Vollidiot hatte mir nämlich einen Fensterplatz mittendrin reserviert – nicht wie gewünscht vor dem Notausgang… Und so musste ich jedesmal das japanische Ehepaar neben mir aufscheuchen, wenn mir nach Klo oder einfach nur Laufen, trinken, was auch immer zumute war. Aber da wir eh ständig durch irgendwelche Turbulenzen flogen, hatte ich gar nicht groß die Möglichkeit aufzustehen.

Das Umsteigen klappte diesmal auch besser, ich schnappte mir einfach einen Gepäckwagen. Leider ließ mein Französisch zu wünschen übrig, was mich fast in eine Gummizelle gebracht hätte, da ich vehement versuchte, meine Franösisch Kenntnisse aus den hintersten Ecken wieder auszugraben. Heraus kam ein Mix aus Englisch und Japanisch, gewürzt mit einer Prise Französisch. Na toll.
Der Flieger Paris-Stuttgart war total leer und wir flogen irgendwie um ein Gewitter drum herum. Am fernen Horizont sah ich dann immer wieder Blitze, was wirklich faszinierend war.
Angekommen kam doch tatsächlich mein riesen Koffer als allererster vom Band und so überraschte ich dann meine von überall angereiste Familie und so gab es einen lauten Aufschrei, hörbar durch den ganzen Flughafen, als ich durch die Tür trat. Meine Mutter hatte mich als erste im Arm und als nächsten hatte ich dann meinen Bruder im Arm. :-) Und dann wusste ich nicht mehr wohin zuerst, soviele waren da. Drei verschiedene Großeltern, mein Vater mit Birgit natürlich, Nachbarsfrau samt Kindern, Sarina… Da ging ordentlich was ab und es wusste auch jeder, woher ich kam, hatte meine Mutter doch ein riesen Banner machen lassen, welches noch immer über unserer Scheunentür hängt (was ich dringend mal fotografieren sollte…).Das Banner über der Scheunentür

Der Sonntag übrigens war dann noch schön gewesen, auch wenn der blöde Stromfritze, der mir die letzte Rechnung abnehmen sollte, nicht kam. Musste dann alles Svea für mich übernehmen… :-(

Inzwischen habe ich mich nach den rauschenden zwei Hochzeitsfeiern wieder eingelebt, war bereits bei meiner Oma am und im Bodensee, bei meiner Mutter und habe ihr tolles (!!) neues Haus begutachtet, als ihre Praktikantin gearbeitet (total spannend!) und war letztes Wochenende mit ihr in Düsseldorf, um meine Sachen schonmal hochzubringen. Dabei habe ich dann in einem Zug Esther „Hallo“ und auch gleich wieder „Tschüß“ gesagt, da sie ihren Geburtstag feierte, morgen aber nach England fliegt um dort ein Auslandssemester zu absolvieren. Jedenfalls wohnt sie traumhaft und inzwischen hätte ich gegen einen Hebammen Ausbildungsplatz in Münster nicht viel einzuwenden… ;-)

Nun sortiere ich meine über 500 Fotos und das ist wirklich ziemlich anstregend. Aber ich sollte die Ruhe vor dem Sturm nutzen. Das letzte Semester bricht an, Bewerbungen wollen geschrieben werden und im Dezember habe ich dann eine große Japanisch Prüfung und fliege zwei Tage später nach Amiland, Weston besuchen…. Jajaaaa, es wird mir nicht langweilig. :-)

Ürbigens gilt meine alte Handynummer wieder, da ich das Handy ja nicht verticken konnte.
Und somit gehe ich zurück zu meinen Fotos… *seufz*

Und übrigens, für das japanischsprechende Volk unter meinen Lesern hier ein kleiner Gourmet Brocken. :-D Dank meiner Freundin Mayuko (Grammatik) und meiner Tutorin Hiromi (Inhalt) habe ich einen 4000 Zeichen starken Aufsatz über Hebammen in Japan abgeben können, der mir ein Lob einbrachte. Die Grammatik als auch der Inhalt habe der Lehrerin wohl sehr gefallen. Nach der Hexe im letzten Semester tat das ganz gut zu hören – auch wenn ich das auf keinen Fall ohne oben genannte Damen geschafft hätte!!! Daher hier noch einmal ein großes Dankeschön an auch beide – 手伝ってくれて大変有難う!!!

1. 研究の目的と方法
 2007年1月27日に日本で柳澤伯夫元大蔵官僚が日本の女性を「産む機械」と呼んだことがニュースで問題になった。実は、彼はその発言時に「…機械って言ってごめんなさいね…」とも言ったが、実際に妊婦に対して日本ではどういうイメージがあるのだろうか。
ドイツでは妊婦は病気ではないが、特別な状態なので、妊婦の方に対して丁寧な気遣いがなされる。重い物を持ち上げてはならず、ゆっくりできるよう、よく助けられる。これに対し、日本では妊婦は病気ではないので、普段どおりの生活ができると思われていると聞いた。
私は2003年頃から、助産師について大変興味を持っている。日本とドイツとでは文化や医療制度などが違っているため、日本での出産や母親であること、助産師の役割などは、ドイツと比べると大きな違いがあるのではないかと思うようになった。
そこで、本論文では日本とドイツを比較して、日本人が妊婦に対して「産む機械」というイメージを持っている事が、事実であるかどうかを検討することにした。
研究の方法は以下のとおりである。
まず、このテーマについての本を探し、日本の助産をテーマにしている雑誌の記事や「Japan Healthbook」と言う日本に住んでいる外国人向けの本などを読んだ。特に「Healthbook」では欧米と日本の比較が行われていたので、資料として役立った。
また、千葉大学医学部附属病院で出産室を見学し、病院で働いている医者と助産師にインタビューを行った。そして、横浜に住んでいる日本人の助産師と日本の母親にもインタビューをした。後者の女性は最初の娘を日本で産み、以前ドイツに滞在していた際に第二子である息子を出産した。そのため、日本とドイツの出産をめぐる環境の比較ができ、貴重な意見となった。
さらに、ドイツのベッティナ・ラングナーという助産師と文通し、ドイツの助産に関する事情について様々な情報を得ることができた。

2. ドイツと日本の比較
2.1. 健康保険について
日本では妊婦は病気ではないので、通常の分娩と関係する検診のお金以外は、健康保険が適用されない。例えば、羊水検査や余分な超音波検診などの特別な検診を受ける場合は、自分で支払わなければならない。ただし、分娩の後に健康保険から一回につき38万円程度支払われる。
それから、日本では妊娠が判明したあとに、市役所に届け出なければならない。そのとき「母子手帳」を様々なクーポンと共に配付される。一方、ドイツでは母子手帳のような「お母さんのパス」というものがあり、市役所に届け出を提出しなくても、病院で受け取る事ができる。市役所には分娩の3週間後、出生届けを提出する。
医者から勧められている検診はドイツと日本で非常によく似ている。日本の「母子手帳」には子供の健康について、種痘証明書の欄があるが、ドイツでは種痘証明書は特別な手帳であるため、「お母さんのパス」には、妊娠中と出産後の母子の特別な検診のみが記入される。千葉大学医学部附属病院の助産師によると、地域によって異なるが、通常24週目まで月に一回、その後は2週間おきに、36週目からは毎週検診を行うということである。

2.2. プライバシー
日本の病院は検診の椅子に座っているとき、腰からカーテンで仕切られるが、ドイツにはそういったものはない。また、日本ではドイツ程、プライバシーに留意しないそうだ。千葉大学医学部附属病院を見学した際、出産の前には、自分専用の部屋がないことが分かった。最初に、超音波検診やモニター検診をするときは、他の妊婦と同室で、それぞれはカーテンだけで仕切られている。そして、陣痛が始まったあとで陣痛室に入るが、その部屋もやはり他の妊婦と同室でカーテンの仕切りしかない。その部屋には夫や、妊娠している女性の母親などが入ることができるが、同じ時間に一人しか入れないということも分かった。出産の1時間程前に、個室の出産室に入って、分娩を行う。もちろん、これは千葉大学医学部附属病院の例に過ぎず、より大きな大学の病院や小さい病院や助産院など、病院によって違いがあると思われる。ドイツでは、陣痛が始まった後、通常の場合、個室に移動しそのあと出産室に入る。以上のことから、日本とドイツとでは違う点があることが分かった。
丸山・清水・鶴牧(1995, p. 93)は、日本で出産を経験した欧米人の妊婦が、インタビューの際「The entire experience was even more wonderful than I could have imagined(日本での出産経験は思ったよりすばらしかった)」と答えている模様を述べている。

2.3. 出産の準備
水泳やエアロビクスなどは日本でもドイツでも、妊婦に対して勧められている。その他にも様々な運動が勧められているが、例えば、先述した、日本とドイツ両国で出産を体験した方によると、ドイツで妊娠しているときに医者から「自転車に乗るとよい」と勧められ、非常にびっくりしたそうだ。それについて当時ご主人と話したところ、ドイツでは自転車専用の道があり、非常に走りやすいのでそんなに危険ではないと思われるのであろうという結論に至ったという。それに対して日本では、街路が狭く、専用の道もないので、妊婦が自転車に乗ることは避けるだろう。

2.4. 夫の立会い分娩
 一番大きな日本とドイツの相違点は、ドイツでは夫の立会い分娩が大変多いという点である。日本とは違いドイツでは、出産が家族ぐるみのことであると考えられているからだ。夫は可能なら臍帯を切ったり、出産前に行なわれる講習にもよく参加するし、最近では夫も育児を助けることが多くなっている。
一方、日本では、出産の前に行う講習には、夫婦で参加することが多くなってきたものの、夫は育児にあまり積極的ではないということが現状としてあるそうだ。

2.5. 帝王切開率について
 ドイツのFederal Centre for Health Education(連邦保健教育センター?) によると、ドイツの帝王切開率は27%程度である。一方、厚生労働省によると日本の帝王切開率(2005)は17.1%(一般病院21.4%で、一般診療所12.8%)程度である。ドイツでは妊婦が、痛みが怖い、自分の好きな日時に産みたい(例えば:2005年5月5日や夫が休みの時)などの理由から医学上の理由がなくても帝王切開をすることがある。日本人の助産師と千葉大学医学部附属病院の職員と話した際、その事に大変驚かれ、そういったことは日本では原則的には行なわれないと言われた。日本では医学上の理由がない場合、帝王切開の費用には健康保険が適応されない。そのため、医者は医学上の理由を作り出して、健康保険から患者に対して費用が支払われるようにすることがある。健康保険はこの欺瞞を実証しにくいので、徐々に問題になっているとのことである。
1985年にWHOが行った調査によると、帝王切開率が増えた際、最初は幼児死亡率が減少したが、その後帝王切開率が10%~15%ぐらいに増えていっても、幼児死亡率は一定であったという。したがってこの調査から、この15%以外の帝王切開は医学上の理由なくして行なわれていた事が分かる(WHO, 1985)。不必要な帝王切開は、果たして健康に影響を及ぼさないだろうか。ドイツの健康保険組合である「Techniker Krankenkasse(TK)」の調査によると、帝王切開をした女性の55%がもし正常分娩をしていたら、母子関係はより良いものとなったであろうと述べている (TK, 2009 ; p. 7)。また自然分娩中、産児は羊水を肺から絞り出すが、帝王切開の場合それが行なわれない。その影響からか呼吸器官に問題がある乳児は、帝王切開で生まれた乳児のほうが正常分娩で生まれた乳児より2倍から4倍ほど多いという(TK2005, p.11)。

2.6. 母乳授乳について
日本人の助産師によると、母乳による授乳は日本では大変重要視されているという。ドイツでは最近、母乳による授乳を推奨するキャンペーンが行われている。仕事が忙しい、やる気が無いなど様々な理由で、母親が母乳で授乳しないからだ。それに対して、日本人の助産師によれば、日本では、母乳で授乳しない母親は悪いお母さんと言うイメージがあるので、多くの母親がプレッシャーを受けている。その結果、ストレスで母乳の量が少なくなり、プレッシャーはより大きくなるという悪循環になってしまうことがある。ドイツの助産師の話によると、その問題はドイツでもあるそうだ。しかし、ドイツでは、母乳による授乳に全く関心のない母親も数多くいるということだ。

3. 結論
ドイツで初めて日本の妊婦についての話しを聞いた時は驚いた。日本では妊婦は病気ではないので、家事や普通の生活を続けられると考えられているが、それはドイツ人の私にとっては変なことである。ドイツの妊婦は、大変気をつけて生活を送っている。
 日本ではドイツと比べると、ほとんどの場合分娩中に痛み止めが使われないし、帝王切開の率はドイツと比べてそれほど高くない。帝王切開は自然分娩ではないので、母子関係や新生児の健康に悪い影響を及ぼすことが指摘されている。それにもかかわらず、ドイツで医学上の理由がない多くの帝王切開が行なわれているところをみると、ドイツ人は出産を安易に考え過ぎではないだろうか。ドイツの女性は自然分娩に対して消極的になってきたのではないだろうか。
 日本の女性は分娩後5日程病院にいるが、ドイツでは長くても2日程で退院するし、出産当日に帰宅する事もある。出産後、家に帰ったら、もちろん家事や育児をしなければならないが、ドイツでは夫が積極的に手伝うので、ゆっくり休むことができる。病院で産後の休養をとることは難しい。病室には毎日知らない人が入ってくるし、慣れたところではないのでリラックスできないということが理由として挙げられる。
 つまり、日本で出産するということには、あらゆる面でドイツに比べて心労が多すぎるのではないだろうか。(例えば、母乳授乳のストレス、出産時の痛み止めの使用制限など)したがって、日本とドイツはお互いの良いところを学び合い、取り入れるべきではないか。

Ja nun, morgen fliege ich also tatsächlich heim. Die letzte Woche war voll mit Packen und Abschieden. Der schlimmste war der von Weston. 8 Monate gemeinsam in einem Regalfach und fast immer zusammen und dann auf einmal gar nicht mehr ist definitiv kein Zuckerschlecken… Aaaaber! Unkraut vergeht nicht, und was ein wahrer Schubert-Langner Sprössling ist, der gibt nicht auf sonder hält durch.

Meine Sachen sind so gut wie fertig gepackt, vor der Tür warten ca. sieben Säcke Müll à 30 l, nicht zu schweigen von Papier, Flaschen etc. Der Koffer hat Übergewicht und ich hoffe, die drücken ein oder auch zwei Augen zu, aber ich hab nun wirklich alles in meiner Macht stehende getan. Mir werdat seha.
Später kommt noch Mayuko, wir werden noch gemeinsam etwas essen gehen und quatschen, werden uns ja jetzt wohl auch eine Weile nicht mehr sehen. :-(

Eingecheckt bin ich bereits, nachdem ich heute das erste Mal um fünf Uhr aufgewacht bin, da mein Handy meinte, es wäre schon sechs Uhr. Als ich dann um sechs Uhr nochmal aufstand funktionierte der online-check-in nicht, um 7h00 ebenfalls. Also legte ich mich schmollend wieder ins Bett, um um 8h30 aufzuwachen und dann nochmal mit sämtlichen Buchungs-, Pass- und sonstigen Nummer zu versuchen mich einzuloggen. Die E-Ticket Nummer ließ mich dann ein. Ja Himmel, wer soll das denn wissen? Morgen um 8h45 fährt der Zug von Inage, Koffer einchecken bis 11h00, um 12h00 ist dann Abflug. Ist in Deutschland 5h00 morgens. Um 17h30 bin ich in Paris, 18h55 Abflug, 20h15 dann Ankunft in Stuttgart. Ich bin ja mal gespannt, wie das diesmal alles klappt. Hoffentlich keine Nebel, zu großes Handgepäck oder vergessene Gürtel…
Tofu und Svea werden mich begleiten sowie Hiromi, meine Tutorin. Sie ist wirklich ein Goldstück bis zur letzten Sekunde. Irgendjemand sagte neulich zu mir: „Man, du bist die einzige, die ÜBERHAUPT noch mit ihrer Tutorin Kontakt hat!“

Wohl an, ich werde dann mal den „vom-dritten-Stock-Müll-runterbring“-Marathon starten und wünsche euch einen schönen Sonntag.
Bis morgen, Deutschland! :-) (Ich kann ja immer noch nicht so recht glauben, dass ich doch tatsächlich morgen wieder in meinem Bettchen in Kohlberg liegen soll! Ich freu mich ja tierisch auf das erste Frühstück im Garten mit Brezeln, selbstgemachter Marmelade, Honig, Quark… Und darum beneiden mich hier nicht wenig Deutsche…. :-D )

Kaki-gôri mit MangoDa bin ich nun wieder. Mit Blasen, Sonnenbrand und Muskelkater aber mächtig stolz! Aber der Reihe nach.
Am Wochenende war ich endlich bei Mayuko zu Hause in Oyama, Tochigi-ken. Sie wohnt dort mit ihren Eltern in einem großen schönen Haus und nebenan ist das unglaublich urige Café ihres Vaters! Samstag Mittag durfte ich dort erst einmal seine super leckeren Sahne-Pilz-Fettucine genießen und die leckere Seafood-Tomatensoße probieren. Warum mag ich bloß so ungern Fisch…? Manno….
Nachmittags sind wir dann in die Stadt gefahren, um „Kaki-goori“ zu essen. Gecrushtes Eis (also, aus Wasser) mit Sirup drüber. Und Papa, nur zur Beruhigung: Das Zeug kann richtig gut schmecken, wenn man es nur im richtigen Laden isst. :D

Beim Abendessen mti Familie OkiDanach gingen wir ihre Schwester Rumiko von der Arbeit abholen. Der Laden, in dem sie ihr Geld verdient, liegt inmitten einer Outlet-Stadt, gegen die Metzingen ein Kuhkaff ist (was es ursprünglich ja auch mal war…). Dort bekam ich dann glücklicherweise und dank der Geduld von Rumiko und Mayuko noch gute Wandersocken und eine Wanderhose. Zurück zu Hause stand dann die ganze Familie in der Küche des Cafés um ein unglaublich leckeres Mahl zuzubereiten – größtenteils mit Gemüse und Obst aus dem eigenen oder dem Nachbargarten. Was für eine Gaumenfreude!

P1030346Dann verbrachte ich eine erholsame Nacht in Mayukos Bett um morgens dann noch den Rest ihrer Familie kennenzulernen (die Großeltern väterlicherseits, die mütterlicherseits traf ich bereits am Vortag) da der „Oki-Clan“ allesamt in Oyama wohnt. Was ich gut verstehen kann, da dieses Städtchen wirklich eine Menge Charme hat. Leider musste ich dann aber auch gegen 13h00 schon wieder fahren, da wir abends noch ein Abschiedsessen hatten, da Andrea, Maru und Elin in den letzten Tagen nach Hause geflogen sind. :-( Die ein oder andere Träne tropfte, auch wenn ich ziemlich sicher weiß, dass die meisten ziemlich froh sind, heimzukehren.

Start!Montag morgen um 5h45 klingelte dann der Wecker und obwohl ich mich wie durch eine Mühle getrieben fühlte, zuckelten wir (Tofu, Weston und ich) mit Rucksack und Pack los zum Zug und auf nach Mishimia. Dort ging es dann in den Bus und auf 2400 Höhenmeter zur fünften Station auf dem berühmten Fuji. Gegen 14h00 liefen wir los und da ich mich Gott sei dank wieder etwas besser fühlte, hegte ich große Hoffnungen. Unterwegs klingelte dann mein Handy (ja, es funktionierte auf dem ganzen Weg einwandfrei!!!) und Martin und Svea meldeten sich von der anderen Seite, ob ich denn die Pferde gesehen hätte? Ich erklärte ihnen wo wir waren und nach ein bisschen Rumgewitzel ging es dann weiter.
Als wir dann auf der siebten Station (2780 Hm) waren, war ich glücklich, an unserer Nächtigungstätte angekommen zu sein. Ha, Pustekuchen! Ich Volltrottel hatte die Hütte auf der anderen Seite, also dort, wo Svea und Martin waren, des Berges gebucht!!! Und so wurden wir zur achten Station hoch geschickt, auf 3250m Höhe.

Japan 060Aber wir waren insgeheim dann froh darüber, da wir es dann am nächsten Morgen nicht mehr allzu weit zur Spitze hatten. Wir entschlossen uns dann jedoch entgegen der Masse, um zwei Uhr aufzustehen, um dann um 4h30 den Sonnenaufgang auf der Spitze zu betrachten. Trotzdem lagen wir um 19h00 im Bett, also, ich meine auf einer Tatami Matte mit dicker Decke, die man fast lieber unter sich, als auf sich gehabt hätte, hart wie die Liege war. Aber das schlimmste war der Geruch, da wir uns direkt neben den Bio Toiletten befanden… Das sind so „nicht spülen, das verrottet alles im Container drunter“ Toiletten. Gut für die Umwelt, gaaaaanz schlecht für die Nase. Und Tofus Schlaf…. Ich lobte mir da meine Schniefnase, da ich mir wirklich eine Erkältung eingefangen hatte, und schlief besser, als beide Jungs zusammen.

SonnenaufgangUm 4h15 standen wir dann auf dem Balkon der Station und genossen den Ausblick und den wunderschönen Sonnenaufgang. Was für ein Erlebnis!!!!

Wir drei ganz obenDanach erklommen wir dann die Spitze, mit unzähligen Pausen meinerseits und irgendwann kaufte mir Weston dann doch Sauerstoff, da ich mir anscheinend die Höhen Krankheit oder wie auch immer das Ding auf Deutsch heißt, geholt habe. Danach ging es dann auch tatsächlich etwas besser und um 10h00 waren wir dann endlich oben auf ca. 3650m! Tofu ließ dann den Satz des Tages ab:
„Man! Usually I just get up at that time. But today I already climbed a fucking mountain!!!“
Yes, that’s it! :-D

Der KraterNach einem furchtbaren Curry liefen wir um den halben Krater und machten uns dann an den beschwerlichen Abstieg. Weston hatte furchtbar alte Turnschuhe ohne jeglichen Grip an und schlitterte mehr runter, als das er lief. Zudem liefen wir die ganze Zeit durch eine riesen Wolke und sahen teilweise nicht weiter als 100 m. Irgendwann sah ich dann die Pferdeäpfel von den Pferden, von denen Svea und Martin gesprochen hatten. Wir sahen auf dem Weg dann welche rasten und als wir endlich fast ganz unten waren, kam uns ein Kaltblüter entgegen. Erst war ich ganz begeistert, aber als der Mann das Tier dann mit Gertenhieben auf den Hintern (also nicht nur klapsen….) den Berg hochtrieb zwischen all den Touris und dann auf diesen schon für Menschen unzugänglichen Wegen, wurde mir schon ein wenig anders.
Ganz unten sah ich dann ein Kutschpferd angebunden stehen, einen weißen Streifen einmal um den Rücken rum, da wo das Kummet die letzten Jahre gescheuert hat. Am Hintern und auf der Schulter Schrammen, es würde mich nicht wundern, wenn die von den Gerten kamen. Und als ich dann die Reitponys mit ihre zerschrammelten und krummen Beinen, völlig fertig und alt, sah, das eine streichelte und dann von dem Besitzer oder wem auch immer völlig entrüstet vergrault wurde, wollte ich nur noch weg. Entschuldigung, aber die Japaner, die ich bisher mit Pferden gesehen habe, haben anscheinend nicht kapiert, dass das Lebewesen, keine Nutzgeräte sind!!!!!!!!

Okay, Tschuldigung… Unser Hostel war jedenfalls wirklich herrlich! Nicht zu sprechen von der Dusche!!!! Unser Tag wurde nicht lang, wir aßen nur noch dicke Bandnudeln, Hôtô, die dortige Spezialität, und schmierten unsere Sonnenbrände ein. Vor allem Weston hatte sich einen ziemlichen unlustigen eingefangen. Creme an den Händen ist nämlich eklig. Und da man sich auf dem Berg nicht die Hände waschen kann…….

Gestern bin ich dann mit Tofu ein bisschen in der Gegend rum gefahren. Weston schonte seinen Sonnenbrand zu Hause. Wir gingen in eine Fledermaushöhle, aus der ein Amerikaner raus kam und zu dem Ticketverkäufer sagte: „Ich hab ja gar keine Fledermäuse gesehen!“, darauf der Ticketverkäufer: „Naja, die schlafen am Tag ja auch“, „Ach so, dann soll ich am Abend nochmal wieder kommen?“, „Ne, da haben wir nicht geöffnet….“. Wunderbares Japan…. Wir gingen trotzdem rein und waren am Ende froh, über die dämlichen Helme, da die Durchgänge manchmal nicht höher als 60 cm waren. Und wir zwei waren mit FlipFlops unterwegs…

Ich im SeeDie Eishöhle war kalt und hatte zwei Eiszapfen, war aber mehr als klein und somit sparten wir uns dann die Lavahöhle… :-D
Auf dem Rückweg trafen wir die gleichen Engländerinnen, die morgens mit uns im Bus gesessen hatten, und da sie einen spannenderen Tag als wir gehabt zu haben schienen, folgten wir ihnen an einen der fünf Seen am Fuße des Fuji (drei von diesen waren früher übrigens mal ein großer, wurden aber durch die Lava des Fuji bei einem früheren Ausbruch getrennt). Es stellte sich heraus, das dies eine wirklich gute Idee war und so genossen wir das kühle, aber angenehme Wasser an unseren Füßen, den schönen Ausblick und das Plaudern mit den Frauen. Auf dem Rückweg sprachen wir dann (natürlich auf Englisch) mit den Frauen im Bus über Japan, vor allem aber über das hiesige Bildungssystem, was unserer Meinung nach… verbesserungswürdig ist. Und mit einem Mal braust ein älterer japanischer Herr neben uns auf und fängt an zu schimpfen, dass das ja unmöglich sei, was wir da über sein Land sagen würde, das stimme ja nicht und er möge das ganz und gar nicht und wir hätten das ja absolut nicht verstanden. Mag sein, dass wir es nicht bis ins kleinste Detail verstanden haben, aber so grob schon. Und es ist auch nicht so, als ob uns das nicht auch schon Japaner selbst bestätigt hätten… Jedenfalls versuchte ich dann den Mann zu besänftigen, dass wir nich sein Land runter machen würden und so weiter. Dann herrschte Stille. Ich fing dann irgendwann an von Onsen, Ryokan und anderen tollen japanischen Dingen zu reden und all drei stiegen mit ein und so lobten wir dann Japan im Chor. Als Tofu und ich dann ausstiegen, schüttelte der Mann plötzlich Tofu die Hand und sagte auf Deutsch: „Gute Reise“….. Komische Sache…

Abends haben wir uns dann noch ein 1 1/2 Std. langes Feuerwerk angesehen, direkt überm See. Dank all der Berge gab es natürlich ein unheimliches Echo, doch es war wirklich schön.
Heute Morgen ging Tofu dann noch in einen Vergnügungspark und Weston und ich gingen nach Hause.

Von nun an ist dann größtenteils Packen angesagt und in 1 1/2 Wochen geht es dann endlich heim. Ich melde mich zwischendurch aber nochmal! Bis bald!

P.S.: Ich bitte den holprigen Schreibstil zu entschuldigen. Wird Zeit, dass ich mal wieder Deutsche Bücher lese und der deutschen Sprache wieder mächtig werde…….

P1030277Dieses Wochenende bin ich mit Elin in einem Ryokan, einem sogenannten traditionellen, japanischen Hotel gewesen. Wir hatten so ein Set, Fahrt, Übernachtug und Abendessen + Frühstück.
Als wir dann gestern in dem Touristenörtchen ankamen, aßen wir erst einmal in einem indischen Restaurant zu Mittag und erklommen dann per Seilbahn einen kleinen Berg. Dort platzte uns fast das Trommelfell, da der Berg voller monströser Zikaden war (Foto links, ganz oben, etw. Suchen nötig, sorry!).

P1030275Die Sicht jedoch war wirklich toll. Wir hatten in eine Bucht Einblick in der wir eines der typischen japanischen roten Tore entdeckten. Außerdem tuckerte ein Touristenboot hin und wieder druch dei Bucht. Wir konnten auch unser Hotel sehen (was wir da aber noch nicht wussten) und dahinter ganz im Dunst versteckt sieben Inseln. Das war irgendwie schon märchenhaft, aber die Japaner setzen selbst in solche Kulissen ihre häßlichen Bauten und so wird einiges von dem Zauber wieder zerstört.P1030270

P1030266Nachdem wir die Blumen, den kleinen Tempel und furzende Japaner (ich scherze nicht! Da rannte der alte Japaner vor uns her und furzte genüßlich durch die Gegend während seine Frau darüber lachte. Als ich etwas später seine Alkoholfahne roch, erklärte sich mir das dann auch) bestaunt hatten, fuhren wieder gen Tal und setzten uns in einen „Mikro Bus“, der uns ins Hotel brachte. Ich muss sagen, ich war stinkesauer im ersten Moment. Da will ich in ein traditionelles Hotel und stelle mir ein Holzhaus vor mit ein paar Zimmern und wo komm ich an?? Vor einem pinken Betonblock! Haben diese…. Japaner nicht noch irgendeinen Funken von Baustil übrig????? Ich dachte, wir zerstören unsere Kultur, aber ehrlich gesagt, WIR erhalten sie mehr manchmal!!! Im Nachhinein muss ich auch zugeben, dass ich ein bisschen naiv war, aber nun ja, mein Bild vom Ryokan war eben anders und ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass es so „endet“… Im Innern ging es jedoch und das Zimmer roch es dank der Strohmatten nach Stall, wie Elin betonte. Wir zogen unsere Yukatas über und genossen dann erst einmal im Bad im hauseigenen Onsen. Sehr heiß, aber toll, da draussen. Anschließend genossen wir die Aussicht und warteten auf das Abendessen, welches uns im Zimmer aufgetischt wurde.P1030287

Und das war dann doch krass. Da kommt die Frau im Kimono und stellt ein Tellerchen und Schüsselchen nach dem anderen auf. Ein kompletter (!), gekochter Fisch gehörte dazu, zwei kleine Feuerstellchen mit Gemüse und Fleich obendrauf, diveres Gemüse, Seeschnecken, Krabben…. Kurzum, vieles, was einigen Mut verlangte. Wir wagten uns an einiges, aber einiges, wie zum Beispiel die rohe Krabbe oder auch die Seeschnecke, die man erst aus ihrer Schale pulen musste und an der… Naja, sie sah alles andere als appetitlich aus…
Nach 40 Min. kam die freundliche Frau wieder und räumte ab, nachdem sie uns einen wohlschmeckenden Nachtisch gebracht hatte. Anschließend betrat ein Mann die Szene, der den Tisch zur Seite schob und die Futons für die Nacht ausbreitete. Wir saßen noch eine WEile am Fenster und beobachteten einige Lalülalas, die an unserem Fenster vorbei in die Berge verschwanden.

P1030289Unser Frühstück hatten wir für 8h30 bestellt, aber dank meines momentan sehr unruhigen Schlafes, stand ich dann endgültig um 7h50 auf, ich traute dem Braten nicht. Und tatsächlich, gerade als ich fertig war mit der groben Katzenwäsche und mich in den Yukata gewickelt hatte, hämmerte es auch schon gegen die Tür. Ich warf Elin aus dem Bet… von dem Futon sodass auch sie sich fix etwas überziehen konnte und schon kam ein Mann und er räumte die Futons weg. Kurze Zeit später stand die Frau wieder mit dem Frühstück in der Tür und tafelte ebenfalls wieder auf. Über dem Feuerchen röstete dieses Mal ein der Länge nach aufgeschlitzter Fisch, es gab wieder allerlei Krabben, aber auch Tofu, Ei usw.

Nach dem Frühstück zogen wir uns um, und als Elin im Bad verschwand, klopfte es an der Tür und einen Bruchteil einer Sekunde später stand die Frau wieder in der Tür. Hätten wir uns in dem Moment umgezogen, so hätten wir keine Chance zum Rückzug mehr gehabt….

Um 10h00 checkten wir aus und fuhren mit dem Bus zurück nach Shimoda, um uns dort die 5 Stunden bis zur Abfahrt unseres Zuges die Zeit in diversen Cafés und Burgerketten zu verbringen. Ein spannendes Erlebnis, aber ich ziehe dann doch wieder Früstück und Abendessen unter 20 – 40 anderen Menschen vor…. ;-)

Und wieder bin ich um ein Erlebnis (und einige Yen) reicher! Letzte Woche bekam ich von Herrn Seino die Anfrage, ob ich (gemeinsam mit Svea und anderen Japanern) für die Düsseldorfer Mädchenfussballmanschaft, die von der Präfektur Chiba eingeladen wurde, zu übersetzen. Die Mädels im Alter zwischen 12 und 17, waren größtenteils wirklich eine nette Bande, wenn auch…. naja pubertäre Mädchen halt. ;-) Den ersten Tage begleiteten wir sie erst einmal in das Freilichtmuseum und ich durfte bei einer Teezeremonie übersetzen. Aus irgendwelchen mir unerfindlichen Gründen wurden wir an diesem Tag von einem Präfektur Herren mit dem Auto zum Museum und wieder nach Hause gebracht. Die Hinfahrt war nett, der Mann war intelligent genug, die Autobahn zu nutzen. Der Mann auf der Rückfahrt hatte einen unglaublich komisch gefederten Audi, einen beschissenen Fahrstil und dazu noch die bekloptte Idee über kurvige, schlecht bestrasste Wege zu eiern. Und so war mir innerhalb kürzester Zeit mal wieder schlecht – fast so schlimm wie damals auf dem Weg nach Osaka. Kurz bevor mir mein Frühstück dann endgültig hoch kam, schob sich die Karre Gott sei Dank auf eine Autobahn und mir wurde ein kleiner erquickender Schlummer zuteil.
Gestern war dann Großkampftag in Tokyo. Abfahrt 13h3…. ne, halt. Lauter junge Mädchen. 13h58 wurde es…. :-S Als erstes dann einen Tempel in Asakusa, dann das Elektoviertel Akihabara, anschließend bummeln und Abendessen in Harajuku. Himmel, watt’n Kampf. Erst kloppten sich drei von den vier Gruppen um meine Führung (uh, watt Ehre) und ich war dann in der Gruppe mit dem Trainer Christian. Dann wurden T-Shirts, Ketten und sonstiger Klimbim gesucht. Und dann kam das Thema Essen auf. „Ey, lasst uns doch zu Mäcces gehen!“ „Ne, Mädels, jetzt sind wa schon ma in Japan und kriegen immer nur europäisch in den Hotels. Jetzt wird ma watt anderes gegessen.“ DANKE CHRISTIAN!!!!! Also schleppte ich sie unter Gemaule („Ich will aber was obstiges!!“ N: „Das ist hier aber scheißteuer!!“ C: „Ausserdem ist das kein Abendessen und ich hab kein’ Bock nachd drei Stunden wieder Gejanke zu hören!!!“ „Und ich will einen Crepes!!!“ C: „Dann holste dir halt danach einen!“ S: „Ich will kalte Nudeln!!!“ …..) in ein Tonkatsu Restaurant (jap. Schnitzel). Die eine Hälfe bestellte, die andere Hälfte meckerte und ein Mädel ließ sich von mir die kalten Nudeln bestellen. Woraus sich dann folgendes ergab:
N: „Die tunkste dann in die Sojasosse, damit sie besser schmecken.“
Saskia: „Ich mag aba keine Sojasosse!“
anderes Mädel: „Ey, lass ma probian! — Nele, meinste du kannst mir auch noch so watt bestellen? Will doch keinen Crepes!“
N: „klar“

C: „Wie, Saskia, isste nich auf?“
Saskia: „Nee, die schmecken nich!“

JA WIE DENN AUCH OHNE GEWÜRZ UND NIX??????????? :-D Immerhin hat’s der Amy geschmeckt und die hat sich auch echt gut angestellt mit den Stäbchen, während ein paar der anderen mehr spielten als assen. Watt’n Zoo. Vor allem wenn man denen dann noch den Müll hinterhertragen muss, den die auch auf die Strasse schmeissen.

N: „Jessi, das würd ich hier nich machen!“
J: „Wie, daaf man datt hier nich?“
N: „Jessi, das darfste in Deutschland auch nich. Da zieht dir bloß keiner die Ohren für lang!!!!“

Nachdem man frau dann noch drei Paar Schuhe von Nike gekauft hatte, ging es dann zum und auf den Tokyo Tower mit einer herrlichen Sicht. Um 23h00 war ich dann glücklich wieder in Inage.

Heute morgen um 9h00 war ich dann wieder im Hotel und die erste Amtshandlung war dann, Christian einen Ersatzschlüssel zu besorgen, da ein dreier Zimmer nicht wach wurde und die Tür nicht aufmachte. Als dann alle um 9h30 endlich mit Augenringen versammelt waren, ging es in zwei verschiedene Schulen. Ich war mit den jüngeren in einer Mittelschule, wo die Gruppe einen japanischen Tanz mitmachen musste, danach im Englischunterricht Japanern Deutsch beibringen und sich von ihnen Japanisch beibringen lassen mussten. Dann gab es noch Mittagessen und sie waren wohl fasziniert von der Dispziplin. Wie sagte die Betreuerin Birgit so schön:
„Da sagen die Rotzgören doch tatsächlich zu mir: Das müssten die in Deutschland auch so machen!“ *lach*

Danach ging es dann wieder gen Hotel und eigentlich war Feierabend geplant. Um 14h00. Mhm. Nachdem ich Svea gemeldet hatte, dass ich bald am Bahnhof sein müsste, wo sie schon wartete, sodass wir gemeinsam heimfahren konnten, kam eines der Mädels an.
„Nelee, kommste denn auch mit zu unser’m Spiel?“
N: „Nee, eigentlich is das nicht so geplant.“
M: „Achso. Und ins Disneyland am Donnerstag?“
N: Würde ja gerne, aber…“
Und dann ging das so eine Weile hin und her, ach komm doch mit, wir nehmen dich im Bus mit – ja geht das denn?
„Chrissiiii, kann die Neeltje mitfahren zum Spiel??“
C: „Na, ich kann’s ihr ja nich verbieten!“

Und so verbrachte ich den Nachmittag damit den wackeren Mädels zuzusehen, wie sie sich von einer 18jährigen Hochschulmannschaft, die jeden Tag trainiert und dazu auch noch die doppelte Anzahl als sie aufwies, sodass sie in der Halbzeit mal eben komplett ausgewechselt wurden konnten, unterbuttern lassen mussten. Und dazu kommen Jet-lag, Gruppen-Reise, straffes Programm und einige Fußkranke……. Mehr als MIES!!!!

Und trotz dem, dass sie manchmal anstrengend waren (und ich muss mich ja nich mal den ganzen Tag um sie kümmern) waren sie wirklich eine knuffige Bande und ich werde sie wohl tatsächlich vermissen… Und im Herbst mal ein Spiel von ihnen in Düsseldorf anschauen!!!! So verdien ich mein Geld gerne. ;-)

So, nun habe ich es also endlich geschafft und bin durch das Bewerbungsverfahren durchgekommen und durfte gestern den japanischen Kreißsaal sehen. Es war wirklich interessant, aber eins ist sicher: ich möche mein Kind (wann auch immer) ganz gewiss nicht in Japan bekommen. Die Privatssphäre ist hier alles andere als groß geschrieben. So haben die Frauen im Gynäkologenstuhl zwar einen Vorhang oberhalb des Oberkörpers, aber während des Ultraschalls oder unter den Wehen liegen sie im gleichen Zimmer, nur getrennt von Vorhängen. Ist das nicht gruselig? Ich glaube, wenn ich unter den Wehen liegen würde, wollte ich meine Ruhe. Vor allem will ich stöhnen und jammern können, ohne dass ich ständig belauscht werde. Und ich will genauso wenig das Jammern der anderen hören, welches mich sicher nicht aufbauen würde. Aber nun gut, so was macht die „gute Durchschnittsjapanerin“ eh nicht. Als wir in der Tür des Zimmers standen (welche natürlich geöffnet war. Auch die Krankenzimmertüren sind offen gewesen, nur einen halblangen Vorhang im Türrahmen hängend) konnte ich mehrere CTG’s hören aber kein Sschnaufen, Seufzen oder ähnliches. Was nur ein wenig mein Gefühl bestätigt, das besagt, dass sich eine japanische Frau unter der Geburt nicht so anstellen soll, denn so wird sie doch eindeutig unter Druck gesetzt, oder nicht? Ich glaube, von dem, was ich bisher gehört und erlebt habe, werden die deutschen Frauen teilweise verhätschelt, die japanischen dagegen teilweise etwas zu grob angefasst. Und so habe ich wieder einen Punkt, über den ich denke, dass der goldene Mittelweg der richtige wäre.

Alles in allem war es ein wirklich interessantes Erlebnis und ich bin den zwei Hebammen und der Ärztin sehr dankbar. Sie haben mich mit Material eingedeckt, mri das wichtigste gezeigt und geduldig die Fragen beantwortet. Dass das Krankenhaus grau, häßlich und ungemütlich war, ist ja nicht ihr Fehler. Man sag wirklich nichts überflüssiges (ausser einer Musikstation, in der ein Ipod entspannte Musik abspielte), kein Schmuck, keine netten Hängerchen, nichts. Nicht einmal für einen Kabelkanal hat es gereicht. Da hängen die Kabel, gespannt von einem zum anderen Computer, lose von der Decke. Es ist für mich als Obeijin (westlicher Mensch) wirklich unverständlich, in welchen Momenten ein Japaner verstärkt visuell ist, wann nicht. Wenn ich mir die Püppchen angucke, die hier rumlaufen, die Straßenkehrer, die zumindest im Herbst fast jeden Tag unterwegs sind, das Essen, das perfekt aussehen muss usw. usw. Und dann solche Krankenhäuser, diese häßlichen Städte, die chaotischen Wohnungen – wie passt das bitte zusammen?

Okay, ich werde dann mal meine Erkenntnisse in einen japanischen Aufsatz verpacken, den ich Montag abgeben muss. Da ich aber ab Sonntag die Düsseldorfer Mädchen-Fußballmannschaft durch die Gegend führen muss, muss das bis morgen Abend getan sein… *puuh*

… gibt es eigentlich keine. Das wussten wir ja auch so schon, aber nun stellte sich das auch während eines Interviews bei einem Parteitag der NPD heraus.

Ein Dank an Tofu, der uns dieses Video gestern Abend im Deutschunterricht zum Thema „Wahlen in Deutschland“ präsentierte. Die Frage ist, ob der Witz bei den Japanern ankam? Jedenfalls beweist es mir nur mal wieder was für Bauernfänger diese Truppe ist.